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To The Moon ist nicht ganz eindeutig zuzuordnen. Der Schöpfer Kan Gao, Spielentwickler und Komponist, möchte es auch nicht streng als Spiel betrachtet haben. Es soll auch kein Trickfilm oder Buch sein. Er sieht es einfach als neuen Weg, eine Geschichte zu erzählen, experimentiert also mit dem Medium. Der Held in der Geschichte ist ein alter, im Sterben liegender Mann, Johnny. Sein letzter Wunsch ist es, auf den Mond zu fliegen, beziehungsweise, in seinem Leben auf den Mond geflogen zu sein. Dr. Eva Rosalene und Dr. Neil Watts, zwei Wissenschaftler_innen sollen ihm dabei helfen. Dazu müssen sie mit einer Maschine in Johnnys Erinnerungen eindringen und sie verändern. Das erinnert stark an den kürzlich erschienenen Film “Inception” von Christopher Nolan. Hat sich dieser allerdings schnell als konfuser Actionfilm entpuppt, geht es bei To The Moon deutlich langsamer und philosophischer zu. Schritt für Schritt entdecken Dr. Rosalene und Dr. Watts, warum Johnny überhaupt auf den Mond geflogen sein möchte. Dazu arbeiten sie sich stückweise durch die Erinnerungen und lösen Rätsel. Dabei wird durch die sphärische Musik von der Komponistin Laura Shigihara und Geo selbst, die geschriebenen Dialoge und die pixeligen kleinen Figuren in 2D jede Hektik heraus genommen, die Figuren entwickelt und Empathie erzeugt. Außerdem werden Fragen gestellt: Was würde ich anders tun, wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte? Gibt es etwas, was ich bedaure? Wie hätte mein Leben durch eine andere Entscheidung in einem bestimmten Augenblick anders verlaufen können? Damit bekommt das Spiel, oder, was auch immer es wirklich ist, autobiograifsche Bezüge, denn genau solche Fragen stellte sich Kan Gao, als sein Großvater einen Herzinfarkt erlitt.
Außerdem spielt To The Moon selbstironisch mit dem Genre, beispielsweise entscheidet sich Dr. Rosalene zum Anfang ein Eichhörnchen anzugreifen, da Angriff die beste Verteidigung sei und wird dann von Kindern mit einer Anzeige wegen Tierquälerei bedroht. Das Eichhörnchen war aber schon vorher weggelaufen. To The Moon gibt es auch in Videos auf YouTube zu sehen.
