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Das Umweltministerium hat früher kostenlos Spiele angeboten, die den Umweltschutz thematisieren. So musste manchmal eine Stadt aufgebaut werden, ohne dabei die Umwelt zu sehr zu belasten, oder der Spieler musste bei einem Point-and-Click-Adventure sein geerbtes Haus aufmöbeln – natürlich rein ökologisch.
Lerneffekt durch Games?
Es gibt also durchaus Spiele, die auf einen Lerneffekt beim Spieler setzen. Doch wie sieht es mit Geschichte aus? Lernen die Gamer wirklich etwas über die Zeit der Kreuzzüge, die italienische Renaissance oder die amerikanische Revolution, wenn sie Assassins Creed spielen? Mittlerweile haben viele Entwicklerstudios die Geschichte als wertvolle Inspirationsquelle entdeckt und das nicht nur, wenn es um eine Umgebung für einen Shooter geht. Auf den ersten Blick könnte es für einen Zocker nichts schöneres geben, als den ganzen Tag zu spielen und das erlangte wissen am nächsten Tag in der Geschichtsstunde abzurufen. Es ist erstens unterhaltsamer, als in verstaubten Büchern zu stöbern. Doch die Vermittlung von Wissen steht nicht im Fokus der Entwickler, denen es verständlicherweise hauptsächlich darum geht, ein interessantes und unterhaltsames Produkt auf den Markt zu bringen. Sie sind also nicht verpflichtet alles vollkommen korrekt, so wie es in der Geschichtsschreibung festgehalten ist, wiederzugeben. Es wäre schon fatal, wenn ein Gamer in der Schule verbreitet, Leonardo da Vinci wäre ein Helfer der Assassinen gewesen.
Spiel ersetzt kein Buch
Und doch bekommt der Spieler, wenn die Story des Spiels im Vordergrund steht, einiges mit, was in dieser Zeit passiert ist. Etwa ein Prozent will dann oft mehr wissen und sucht nach Hintergrundinformationen im Netz, was bei der Anzahl an verkauften Einheiten bei Spielen wie Assassins Creed kein unerheblicher Teil ist. Das Lernen durch Spielen fällt vielen einfacher, da in der Regel keine Drucksituation entsteht, sondern mit Spaß etwas aufgenommen wird. Den Blick ins Buch ersetzen Spiele wohl so schnell nicht, aber eventuell zieht der eine oder andere Gamer tatsächlich etwas Wissen daraus.
Bilderrechte: © panthermedia.net/ kyolshin (Konstantin Yolshin)

Autorennen © lassedesignen - Fotolia.com
Das Autorennspiel “Need for Speed” gehört mittlerweile zu den Klassikern Race-Games. Seit 1994 hat Elctronic Arts eine ganze Serie herausgebracht, die mehr als 100 Millionen mal verkauft wurde und einen Gesamtumsatz von 2,7 Milliarden US-Dollar einbrachte. Wieso also aufhören, wenn das Verlangen der gamer ununterbrochen scheint? Das dachten sich auch die Macher, die den nun mehr 18. Teil der Serie auf den Markt bringen und mit “Need for Speed – The Run” an den Erfolg anknüpfen wollen. Das Game ist für PC sowie alle gängigen Spielkonsolen erhältlich und wartet mit einer für Autorennspiele eher ungewöhnlichen Idee auf: man muss auch mal zu Fuß gehen! Was man unter dem Beititel “The Run” hätte vermuten können, ist aber wirklich nur ein Beiwerk, das nicht viel von den Gamern fordert.
Die Idee dahinter mutet zunächst ziemlich nett an: eine durchgehende Geschichte, in der Hauptfigur Jack Rourke vor fiesen Gangstern nicht nur mobil flüchtet. Denn die Geldeintreiber zerballern ihm hin und wieder seine Karre. Nun kommt das “Rennen” ins Spiel, das sich als Art Reaktionstest präsentiert, in dem man so schnell wie möglich eingeblendete Tasten drücken muss, um ein neuen fahrbaren Untersatz zu erwischen. Was spannend klingt, wirkt in der Umsetzung weitgehend banal. Zum einen weil die “Story” trotz starkem Auftakt im weitern Verlauf dahinplätschert und zum anderen weil es im grunde egal ist, welche Tasten man beim “Run” drückt. Zum Ziel führt ein wildes Gamepad-Hämmern. Nur wenige Zwischensequenzen veraten nur wenig von den Hintergründen der Story, die eigentlich nur als kleine Überleitungen zm nächsten Rennen dienen.
Beim Autorennen an sich kann “The Run” weitgehend überzeugen, kann den Vorgänger “Hot Pursuit” aber nicht übertrumpfen: die Cars liegen wie ein Brett auf der Straße, wodurch sie sich nur mit viel Gewalt zum Ausbrechen bewegen lassen, die Handbremse ist zu empfindlich und auch das Geschwindigkeitsgefühl erreicht nicht das des vorigen Teils. Auch die Action der Gegner sowie der Polizei ist eher zurückhaltend und hätte mehr Pepp vertragen können.
Was bei Need for Speed definitiv noch fehlt, ist die Möglichkeit zum Fahren von Quads oder Motorrädern. Eine Honda Varadero wäre beispielsweise in einem rasanten Renn-Level auf Asphalt sicher ein zusätzlicher Nervenkitzel für jeden Spieler.

