Beim Thema Piraten denkt man spätestens seit den Fluch-der-Karibik-Filmen an atemberaubende Action und außergewöhnliche Abenteuer rund um Schätze und Seeschlachten. Das das nicht zwangsläufig so sein muss beweist das PC Game „Pirates of Black Cove“ ein Piraten-Spiel mit absurd simplen Seeschlachten, schrulligem Humor und überzeichneten Figuren inklusive Piratenslang und doch ist es irgendwie lustig.
Das Spiel kommt charmant daher, deshalb mag man auch die eine oder andere unkreative Passage hinnehmen, doch es kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Spiel insgesamt einfach nicht wirklich ein spannendes Action-Adventure ist sondern eher voraussehbar vor sich hin dümpelt und man denken könnte es spiele sich von selbst.
Sehr deutlich wird dieser Eindruck dann auch bei den Seeschlachten, eigentlich dem Herzstück eines jeden Computergames über Piraten. Diese in „Pirates of Black Cove“ zu gewinnen bedarf nicht mal ansatzweise harter Gaming-Arbeit. Trotz Piratenflagge am gegnerischen Schiff kann man fast bei jedem Duell das Schiff so weit an das des Gegners ranfahren, dass man nur noch einen Schuss braucht und schon ist dieser besiegt. Das ist nicht nur langweilig sondern man verliert auch den Spaß nach einer gewissen Zeit. Und selbst wenn die Gegner mal von sich aus angreifen, was wirklich so gut wie nie vorkommt, bedarf es nur ein bisschen im Kreis fahren und ballern per Linksklick und dann ist auch dieses Gefecht wieder beendet. Das einzige was komischerweise nicht leicht funktioniert ist es, ein flüchtendes Schiff einzuholen und zu besetzten, selbst wenn dieses schon in Flammen steht.
Wer also einen netten Nachmittagsvertreib am PC sucht mit ein bisschen Humor und Piraten-Atmosphäre, der kann sich „Pirates of Black Cove“ getrost zulegen. Für alle die jedoch ein ausgeklügeltes Adventure-Game mit Taktik und Spannung erwarten ist das Spiel definitiv nichts.

GTA 4, Foto: brerlappin_flickr
Grand Theft Auto gehört wohl zu einer der wichtigsten Reihen in der heutigen Konsolen- und Spielelandschaft. So fing GTA damals in den ersten beiden Teilen mit einer ganz einfachen zwei dimensionalen Vogelperspektive an und entwickelte sich dann zu einem wahnsinnig guten 3D Rollenspiel. So überraschte und begeisterte damals GTA 3 mit seiner Geschichte und vor allem auch mit der Grafik. Anschließend kamen die Nachfolger GTA Vice City und GTA San Andreas, welche nicht weniger beeindruckten und die Reihe in Ehren fortsetzten. Vor allem die Spielfreiheit überzeugte bei diesen Spielen. So ist es zwar möglich, die Story strikt runter zu spielen. Doch dadurch würde einem eine Menge entgehen und man würde wahrscheinlich nur die Hälfte der wunderschönen Städte wahrnehmen. So lädt kaum ein anderes Spiel wie dieses den Spieler dazu ein das Spiel auf eigene Faust zu erkunden und die Stadt und deren Bewohner kennen zu lernen.
Nach den Ausflügen nach Sand Andreas und Vice City kehrt das Spiel nun im vierten Teil wieder nach Liberty City zurück. Somit heißt nun dieser Titel auch ganz simpel GTA 4 und reiht sich somit ein. Dieses Mal ist der Hauptcharakter wie in allen anderen GTA Teilen bisher auch, ein typischer Antiheld und nicht gerade ein zimperlicher Bursche. Hier handelt es sich um Niko Bellic, einen Osteuropäer, der nach Amerika gekommen ist, da er in seiner Heimat zu viel Mist gebaut und zu viele Leichen im Keller hatte. Doch auch Amerika scheint nicht das Gelbe vom Ei zu sein und somit muss sich Niko hier erst einmal behaupten und zeigen was er drauf hat.
Spielerisch gibt es nicht wirklich etwas neues aber auch nichts enttäuschendes. Man könnte sagen, dass alle bisherigen Teile in diesem vierten Teil ihre Perfektion finden und den Spieler begeistern wollen.

Streetfighter 4, Foto: jayawings_flickr
Street Fighter, ein Klassiker, mit über 28 Millionen verkauften Exemplaren ist es die erfolgreichste Fighting-Game Serie. Nun kommt der vierte Teil „Street Fighter 4“ auf den Markt. Es wird versucht mit altem Konzept in modernster Grafik bei den alten Fans zu punkten. Auf dem alten Nintendo noch in gezeichneter Comic-Optik sollen nur perfekt animierte Charaktere gegeneinander antreten. Zur Freude alter Fans sind auch die altbekannten Charaktere wie Ryu, Blanka und Honda noch vertreten. Doch auch neue Charaktere kamen hinzu, der Boxer Dan oder die listige Crimson Viper, um nur zwei der acht neuen Charaktere zu nennen. Insgesamt stehn dem Spieler 26 Kämpfer zur Verfügung, das sorgt für Abwechslungsreiche Fights und längerfristigen Spaß an dem Spiel.
Neu ist die tolle Grafik, die liebevoll gestalteten Szenerien wirken wie mit Wasserfarben gemalt. Mit geschmeidigen Bewegungen vollführen die Akteure ihre beeindruckenden Aktionen. Gewaltige Spezialattacken lassen die Mattscheibe förmlich brennen. Selbst bei bildschirmfüllenden Grafikeffekten gerät die Optik nie ins Stottern.
Der Hersteller Capcom verzichtet auf Spielereien wie eine Charakter Designer oder ähnliches, ebenso wird weiterhin zweidimensional gekämpft. Die Illusion der Dreidimensionalität entsteht nur aus der guten Gestaltung der Kämpfer.
Am Kämpfen an sich hat sich nicht viel verändert, nach wie vor hat jeder Charakter sechs Grundattacken und jeweil individuelle Spezialangriffe
Es zählen auch heute noch die richtige Taktik, gutes Reaktionsvermögen, eine perfekte Beherrschung des eigenen Kampfstils und das richtige Timing. Als Kritikpunkt ist aber zu konstatieren, dass es ohne Joystick nur halb so viel Spaß macht, wie es machen könnte, da sich die Aktionen am Steuerkreuz nicht so präzise durchführen lassen, wie am Joystick.
Als Fazit zog die Computerbild trotzdem eine sehr gute Bewertung (Testnote: 1,49) und verleiht das Prädikat „empfehlenswert“.
Ich habe den neusten Clou der Rockstarstudios San Diego in der Konsole gehabt und getestet. Dabei handelt es sich um “Midnight Club: Los Angeles“. Natürlich hat da auch meine persönliche Meinung sehr mit rein gespielt, doch dass muss bei einem Zocker erlaubt sein. Denn ich gebe zu: Ich habe die Midnight Club-Serie immer gegenüber den Need for Speeds und wie sie alle heißen, favorisiert. Und der Abstecher nach Los Angeles zeigt mir mit seinem klassischen, aber behutsam optimierten Arcade-Ansatz, der Benzin unverhohlen mit Adrenalin mischt, dass ich richtig liege. Das Geschwindigkeits-Gefühl ist phänomenal, das Prinzip der offenen Streckenführung auch in Zeiten von Burnout Paradise unerreicht, das visuelle Tuning beispielhaft.

Screenshot, Foto: copssuckftp_flickr
Und dann erst die Kulisse: Dass Rockstar San Diego die kalifornische Metropole nicht maßstabsgetreu umgesetzt hat, störte mich nur am Anfang. Denn die Detailfreude, die einem nicht nur bei den bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern an jeder Straßenecke ins Auge springt, sorgt zusammen mit der stets flüssigen Bildrate immer wieder für Wow-Momente zumal sie auch in den coolen Mehrspieler-Duellen für bis zu 16 Spieler konstant bleibt. Dass Midnight Club L.A. im Gegensatz zum Vorgänger trotz aller Verbesserungen und der Prachtgrafik kein Platin erhält, scheitert an Kleinigkeiten, die sich allerdings summieren: Vereinzelte Grafikfehler z.B. wie die seltenen Textur-Nachlade-Probleme, die mich kurzzeitig aus dem Spiel reißen. Die inkonsequente Polizei-Einbindung. Oder auch die vollkommen unbrauchbaren Rückspiegel. Ganz zu schweigen von dem Fauxpas, dass sich der PDA unübersichtlich auf die Minimap legt. Die kleinen Mehrspieler-Probleme wie fehlende Handicap-Möglichkeiten oder die analog zur Teilnehmerzahl erhöhte Lag-Gefahr sowie die fehlenden Leistungsdaten in der Lobby-Fahrzeugwahl sollen ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Doch in einem Punkt beißt die Maus keinen Faden ab: Auch beim ersten HD-Auftritt zeigt die Midnight Club-Serie der versammelten Konkurrenz nahezu spielerisch leicht, wie prachtvoll und wie einfach, wie packend und fordernd ach so schnöde Arcade-Rennen sein können.
Also von mir gibt es da definitiv eine Kaufempfehlung!
